Vorbilder - Frankreich

Chardin  

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Jean Siméon Chardin

 

* 1699  in Paris

† 1779 in Paris

"Eines seiner ersten Stilleben mit einem Hasen wollte Chardin so wahrheitsgetreu wie möglich, jedoch ohne sklavische Naturnachahmung malen. Sein Ziel soll es gewesen sein, nicht durch eine detaillierte Wiedergabe jedes einzelnen Haares, sondern durch die Darstellung der unterschiedlich geformten Massen aus einer optischen Distanz ein überzeugendes Bild des Tieres entstehen zu lassen, indem die Farbnuancen, Lichtverhältnisse und Formgebungen wahrheitsgetreu auf die Leinwand gebannt würden:

« Hier ist, sprach er zu sich selbst, ein Gegenstand, den es wiederzugeben gilt. Wenn ich ihn wahrheitsgetreu wiedergeben will, muss ich alles vergessen, was ich gesehen habe, ja sogar, wie andere diese Gegenstände dargestellt haben. Ich muss ihn so weit von mir entfernen, dass ich die Details nicht mehr erkenne. Ich muss mein Hauptaugenmerk darauf richten, die Masse als solche, die Farbschattierungen, das Runde, die Wirkung von Licht und Schatten angemessen und so wahrheitsgetreu wie möglich nachzuahmen.»

Mit diesem gedanklichen Prozess Chardins erklärt Cochin die eigenwillige Maltechnik des Künstlers, mit der er schon zu Lebzeiten glänzenden Ruhm errang und die Diderot zu seinen begeisterten Ausrufen über den ' Zauberer ' Chardin veranlasste. Demnach scheint die außerhalb der Akademie erhaltene Ausbildung wesentlich zur autodidaktisch entwickelten Maltechnik dieses überragenden Künstlers  beigetragen zu haben".

(Dorit Heitmann im Ausstellungskatalog "Jean Siméon Chardin, Werk - Herkunft - Wirkung" von 1999 in Karlsruhe, S. 32, Das Zitat stammt von Nicholas Cochin, einem mit Chardin befreundeten Maler).

Diese Worte entsprechen exakt der Auffassung und der Vorgehensweise Egon de Vietinghoffs, nur dass er – in eine andere Epoche geboren – zu Lebzeiten nicht jene allgemeine Anerkennung. fand ...