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Der
p. B. ist ein pastoser, zähflüssiger, harziger, voluminöser, glatter
oder unebener, schwerer und sehr körperhafter Auftrag, der den Untergrund
in seinem
ganzen Verlauf bedeckt. Er kann in beliebig dicker Lage breit aufgetragen (Bild
1) oder als erhabener Strich
(Bild 2) und punktförmig (Bild
3) aufgesetzt werden. Die
einzelnen Aufträge können ineinander, nebeneinander und übereinander,
auf nasse, anziehende, erstarrte oder halbtrockene Balsamfarbe gelegt
werden und geben der Farbe, je nach Pinselführung und Bindemittelmenge,
emailartigen Schmelz oder kernige Struktur. Balsamfarbe verliert im Laufe
der Jahre an Volumen gewinnt aber an Schönheit, weil sie verglast. Die
Zähflüssigkeit der Balsamfarbe ermöglicht es, die Farbe ein und
desselben Aufstrichs sehr dick aufzutragen und sie durch verstärkten
Druck auf den Pinsel dünn auslaufen zu lassen. Diese Eigenschaft des Balsamstrichs kann verwertet werden, um die Übergänge von Licht zu
Schatten kälter erscheinen zu lassen indem das Licht pastos über den
dunkleren Untergrund und die Farbe gegen die Schatten hin dünner
und damit durchsichtiger aufgesetzt wird (Bild
4). Die Verschiebung des Farbtons
durch Hellasuren nach Blau hin (Gesetze der subtraktiven Mischung) bewirkt
dann kältere Übergänge. Durch diese Eigentümlichkeit und seine
Fähigkeit, übereinandergeführte Farblagen voneinander zu trennen, ist
der p. B. geeigneter als jeder andere Farbauftrag, helle Bildteile
farblich durchzuformen, sie körperhaft erscheinen zu lassen und ihre
Textur zu differenzieren. Volle, beleuchtete Oberflächen von Früchten (Bild
5),
Haut, Stoffen, Porzellan und die erhellten Partien von Landschaften (z.B.
Wolken, Bild 6) können mit p. B. auf einfachste Art farblich und stofflich
abgestuft werden und heben sich durch ihre kernige Struktur von den weich
ineinander vermalten, transparenten Farben der Schatten ab. Für den p. B.
sind möglichst große, runde langhaarige Marder- oder Ichneumon-Pinsel
erforderlich. Andere Haarpinsel sind nicht elastisch genug, die
zähflüssige Farbe aufzunehmen, Borstenpinsel sind zu hart und
zerdrücken sie. Der vollbeladene, flach gehaltene Pinsel wird gleitend und
genau angesetzt, in vorbedachter Richtung auf dem Malgrund abgezogen und
an vorbestimmter Stelle sanft abgehoben, wie ein Flugzeug landet und
startet. Die Stelle, die sie einnehmen sollen, ihre Richtung, ihre Form
und Pastosität sowie die Art des An- und Absetzens muss vorbedacht und
mit Bestimmtheit ausgeführt werden. Dies erfordert eine leichte Hand und
eine sichere Pinselführung. Fehlerhaftes Aufsetzen durch zu geringen Anlauf, zu steile
Haltung des Pinsels oder zu plötzliches Aufstoßen ergibt hässliche
Farbansammlungen, die alles andere als formgebend wirken und nicht mehr
korrigiert, nur noch abgekratzt und neu übermalt werden können. Durch fehlerhafte
Pinselführung verliert Balsamfarbe ihre hervorragende Fähigkeit, die
einzelnen Aufträge zu trennen, wirkt plump und klecksig. Richtig
aufgesetzte Balsamfarbe haftet an der Bildfläche, sobald sie mit ihr in
Berührung kommt. Korrekturen an der nassen Farbe führen zu
Verschmierungen, die nicht mehr zu beheben sind. Dagegen können über
anziehende oder erstarrte Balsamaufstriche neue gelegt werden. |