Führungen - Stricharten

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Lasur
Bild 1 Lasur ist der maltechnische Ausdruck für eine mehr oder weniger durchsichtige Farbschicht. Untergrundfarbe und L. zusammen ergeben durch subtraktive Mischung transparente (transluzente) Farben. Zweck des Lasierens ist es die Transparenz (Transluzenz) der Farbgebung zu differenzieren und den farblichen Aufbau des Bildes durch übereinander gelegte Farbschichten stufenweise zu entwickeln. Zu unterscheiden sind Dunkellasuren, die dunkler sind als unter ihnen liegende Farbe (Bild 1), von Hellasuren, die heller als ihre Unterlage sind (Bild 2). Auch helle Farben sind Dunkellasuren, wenn sie über eine noch hellere Unterlage lasiert werden, und dunkle Farben können über Schwarz als Hellasuren eingesetzt werden. Zu unterscheiden sind ferner klare oder ungetrübte Lasuren, die ihr Licht vorwiegend von der unteren Farblage erhalten (Bild 3), von trüben L., deren  Helligkeit vorwiegend von ihrer Oberfläche ausgeht (Bild 4). Das von der Unterlage reflektierte Licht heißt Tiefenlicht, das von der Lasurtrübung zurückgeworfene Oberflächenlicht. In dichten Lasuren liegen die Pigmentteilchen dicht neben- und übereinander oder sind grobkörnig, während die Pigmentteilchen dünner Lasuren spärlicher im Bindemittel verteilt oder feinkörnig sind. Eine lasierende Technik vervielfacht die malerischen Ausdruckmittel, weil sie die Skala einer Farbe um die praktisch unbegrenzte Anzahl transparenter (transluzente) Farben bereichert. Denn jede transparente (transluzente) Farbe kann auf vielerlei Arten zusammengesetzt werden und jedes Mal einen neuen farblichen Charakter erhalten. So wirkt z.B. dasselbe Dunkelgrün anders, wenn es durch eine schwarze L. über Grün oder durch eine blaugrüne L. über Gelb oder durch eine braune L. über Blaugrün oder durch eine blaue L. über Orange usw. zustande kommt. Lasierende Techniken haben den großen Vorteil, die gewünschte Farbe nicht auf der Palette vormischen und dann auf die Leinwand übertragen zu müssen. Die Farbgebung entsteht nicht additiv auf der Palette, sondern subtraktiv auf dem Bild selbst. Eine additiv gemischte Farbe verändert sich, wenn sie von der Palette aufs Bild kommt, weil der Wechsel ihrer Umgebung auch neue Simultankontraste auslöst. Um die Farbe ihrer neuen Umgebung anzupassen, muss sie korrigiert d.h. noch einmal nachgemischt werden. Dieser Umweg bleibt erspart, wenn eine schon bestehende farbliche Unterlage mit einer L. übermalt wird. Die Farbe passt sich dann von selbst ihrer Umgebung an. Lasuren sind sparsam zu verwenden und werden ziemlich flüssig aufgetragen oder mit Borstenpinseln verrieben. Grundlegend für das Zustandekommen jeder Art von Lasur ist ihre Abtrennung von anderen Farblagen. Um von ihrer Unterlage getrennt zu bleiben, muss diese trocken und so gut isoliert sein, dass die L. nicht in ihr versinken oder sich mit ihr vermischen kann. Der lasierende Charakter der Farbe kommt um so mehr zur Geltung, je größer das Wertintervall zwischen L. und ihrer Unterlage ist. Eine dunkle L. über Weiß wirkt lasierender als über Grau, eine Helllasur über Schwarz ebenfalls. Hauchdünne Hellasuren wirken auf dunklem Grund wie darüber gebreitete Schleier, klare Dunkellasuren auf Weiß wie Glasfenster. Halbdeckende Helllasuren ergeben die transparentesten (transluzentesten) Farben, weil Trübung und Grundfarbe zu gleichen Teilen sichtbar sind. Mit ungetrübten, dünnen Dunkellasuren lässt sich das Kolorit des Bildes je nachdem, ob verwandte oder entfernte Lasurtöne gewählt werden steigern, dämpfen, umtönen oder verdunkeln.
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