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Der
G. gehört zu den durchbrochenen Strichen, weil der Untergrund zwischen
den einzelnen Teilen des Auftrags unbedeckt bleibt. Statt sich –
wie der
durchbrochene Strich –
aus Farbsträhnen und -fäden zusammenzusetzen,
wird der G. aus einer Unzahl punktförmiger Erhöhungen gebildet, die den
Untergrund wie winzige Körnchen überstäuben (Bild
1). Je nach Dichte, Größe und
Pastosität der Farbkörnchen bleibt der Untergrund mehr oder weniger
sichtbar. Der G. erfordert eine trockene Unterlage und wird mit
farbstoffreicher, bindemittelarmer Öl- oder Harz-Farbe ausgeführt. Ein
großer, langhaariger, elastischer, runder Haarpinsel wird durch
Andrücken auf die Palette fächerförmig gespreizt, durch die
aufgehäufte Farbe gezogen und –
ohne beim Ansetzen aufzustoßen –
rasch
und locker über die Malfläche geführt und auslaufend abgesetzt. Der
Pinsel sollte im spitzen Winkel zur Malfläche und in Strichrichtung
gehalten werden und so leicht über die Malfläche gleiten, dass nur die
an den Haarspitzen haftende Farbe mit dem Untergrund in Berührung kommt.
Die Farbe setzt sich auf den kleinsten Unebenheiten fest und bildet dort
punktförmige Erhebungen. Der übermalte Bildteil sieht dann so aus, als
ob feiner Sand darüber gestreut wäre (Bild
2). Farbanhäufungen und
verkleckste Stellen sind sofort restlos abzuschaben und mit der Farbe des
Untergrunds zu retuschieren. Sobald die erste Lage des G. anzieht, können
weitere darüber gelegt werden. Der G. eignet sich in hohem Maße dazu, der
Farbe Körper und Textur zu geben, größere Bildteile umzutönen und
eintönige Flächen zu beleben. Helle Gleitstriche auf dunklem Untergrund
wirken belichtend und auflockernd. Namentlich zu dunkel oder zu klar
geratene Dunkellasuren erhalten durch helle Gleitstriche Stofflichkeit,
Oberflächenlicht, räumliche Tiefe, verlieren ihr glasfensterartiges
Aussehen, werden aufgehellt und treten zurück. Schon in allen Teilen
Einzelteilen ausgeführte Bildteile wachsen durch ein paar richtig
angebrachte G. zusammen (Bild 3) und erhalten Relief. Am
schönsten wirkt ein heller, nicht zu dichter G. über Dunkellasuren,
insbesondere wenn die Farbintervalle zwischen Lasur und G. groß sind.
Die
Textur der beleuchteten Seite von Gegenständen wird durch Gleitstriche in
hohem Maße verdeutlicht. Durch wiederholtes Übergehen können die Dichte
der Farbteilchen reguliert und die Gegenstände dadurch geformt werden (Bild
4). Mit einiger Übung lassen
sich mit hellen G. ganze Bildteile wie Waldungen, Felspartien oder Stoffe
reizvoll beleben und erhalten eine Körperlichkeit, die mit anderen
Mitteln nicht erreichbar ist. Die samtigen Erhellungen auf Pfirsichen (Bild
5), der Dunst nebliger
Landschaften, die Trübung von in dunkle Räume einfallendem Licht (Bild
6) können durch helle
Gleitstriche spielend dargestellt werden. Werden sie mehrfach
übereinandergeführt, so sollten sie sich farblich deutlich voneinander
unterscheiden. Das Gewirr farblich unterschiedlicher Pünktchen mischt
sich optisch wie die Flecken der Neoimpressionisten, lockert die
Farbgebung auf und gibt ihr Körper.
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